Besuch der Marc Chagall – Ausstellung im Picasso-Museum Münster (15. 01. 2019)

 In allgemeine Beiträge

Bei trockenem, aber windigem und eisigem Wetter fuhren wir mit der Bahn nach Münster und gingen dort vom Hauptbahnhof aus den Rest des Wegs zu Fuß. Der Weg durch die Kälte hatte sich gelohnt, denn diese Ausstellung war etwas ganz Besonderes!

Pablo Picasso, der Namensgeber des Museums, und Marc Chagall haben eins gemeinsam: Beide Künstler machten Frankreich zu ihrer Wahlheimat und ein Großteil ihrer Werke ist dort entstanden.

Die Ausstellung gab einen sehr aussagekräftigen Überblick über sein Leben und seine künstlerische Entwicklung. Sie enthielt viele Exponate, die man normalerweise in der Öffentlichkeit kaum zu sehen bekommt, weil sie Privatbesitz sind und nur für diese Ausstellung ausgeliehen wurden. Stark beeinflusst wurde der Künstler u.a. von Rembrandt, dessen Werke er sehr gründlich studiert hat. Die Träumerseite von Chagalls Malerei war mir schon früher oft in Kunstkalendern oder auf Kunstpostkarten begegnet, in Form von Gestalten, die über Landschaften schwebten, oder als roter Eiffelturm in surrealistischem Kontext. Aber seine tief religiöse Einstellung entdeckte ich erst jetzt, hier in Münster. Das war sehr berührend. Er selbst hat seine Illustrationen zur Bibel, als sein eigentliches Meisterwerk bezeichnet, an dem er Jahrzehnte lang gearbeitet hat. Einige dieser Illustrationen waren in der Ausstellung zu sehen.

Einmal in Münster, wollten wir auch noch die Ausstellung zum Bauhaus im LVL-Kunstmuseum „mitnehmen“, vom Picasso-Museum aus auch zu Fuß zu erreichen – und anlässlich des hundertjährigen Bauhaus-Jubiläums in diesem Jahr ein brandaktuelles Thema. Die Bauhaus-Bewegung erhielt u.a. auch Impulse von Karl Ernst Osthaus in Hagen – und sie umfasste nicht nur Architektur und Industriedesign, sondern das gesamte Spektrum der bildenden Künste, einschließlich Theaterkunst. Man ging hier neue Wege in vielen verschiedenen Richtungen mit globaler Auswirkung auf die internationale Kunstszene. Das wurde uns in dieser Ausstellung nahe gebracht anhand von Lichtinstallationen, Choreografien, Fadenbildern, minimalistisch-geometrisch geprägten Bühnenbildern.

Ein volles, sehr intensives Programm – und, pardon, Mesdames, leider keine Zeit mehr zum Shoppen, da wir unseren Zug für die Heimfahrt am Nachmittag noch erreichen wollten. Ein kurzer Besuch der Bäckerei mit den ganz besonderen Münsteraner Brotspezialitäten auf dem Weg zum Bahnhof war aber doch noch drin…

Abgesehen vom Wetter ein in jeder Hinsicht gelungener Ausflug!
Mathilde Niland

Recent Posts

Start typing and press Enter to search